BSV 66 Oberhausen + FC Sardegna = SV Concordia 66/71 Oberhausen e.V.

Presse


NRZ Oberhausen, 19.04.2009, Marc Guntermann

Die Vereine BSV 66 und FC Sardegna schließen sich zusammen. Auf der Hauptversammlung des BSV ging es hoch her

 

Selten verlief eine Jahreshauptversammlung beim BSV 66 so emotional wie die am Freitag Abend. Im Raum stand schon seit längerer Zeit ein Zusammenschluss mit dem benachbarten FC Sardegna, der nach der Versammlung der 66er nun Fakt ist: Der SV Concordia 66/ 71 e. V. ist geboren. Aber es ist nicht - wie zunächst dargestellt - eine Fusion beider Vereine. Das Fundament sieht anders aus.

 

Die Sarden entschlossen sich auf ihrer Jahreshauptversammlung am Dienstag: Liquidation des FC und Anschluss an den BSV 66, wenn der zustimmt, seinen Namen zu ändern. „Damit sich die Sarden in dem Konstrukt wiederfinden", erklärt Schatzmeister und BSV-Mitbegründer Detlef Saure und zeigte Verständnis.

 

Der BSV erlangte bei seiner Jahreshauptversammlung die nötige Zweidrittelmehrheit für den Zusammenschluss, der somit nun rechtskräftig ist. Wenn die Verantwortlichen des FC Sardegna die Liquidation ihres Vereins in den nächsten Tagen bei der Stadt einreichen, ist das Kapitel Sardegna abgeschlossen. Der BSV bleibt inklusive Vorstandshierarchie bestehen, lediglich der Vereinsname im ersten Paragraphen wird in „SV Concordia 66/71" geändert.

Aber genau dieser Punkt berührte die BSV-Mitglieder emotional. „Können wir nicht fusionieren und weiter unter dem Namen BSV 66 spielen?", fragte ein Mitglied. „Der BSV ist doch ein Begriff im Amateur-Fußball." Dann hätten die Sarden aber nicht mitgespielt, deren Verein mindestens einen genauso hohen Bekanntheitsgrad hat(te) wie der BSV.

Saure gestand bewegt vor der Versammlung: „Wenn ich pragmatisch denke, muss ich zustimmen. Aber was in meinem Herzen los ist, sage ich besser nicht."

 

So entstand in der Versammlung ein Graben. Auf der einen Seite die „alten BSV'ler": Neben Saure waren mit Kurt Woestpeter und Bernhard Pooth zwei weitere BSV-Mitbegründer anwesend, auch der ehemalige Vorsitzende Jochem Füthen wohnte der Versammlung bei. „Sardegna hat uns damals nicht geholfen, als wir schon mal am Boden waren. Da haben wir alleine angepackt und den Verein wieder auf Kurs gebracht", erzählte Pooth und erinnerte an das kürzlich verstorbene BSV-Ehrenmitglied Rolf Schiffer: „Wenn der Rolf das noch mitbekommen würde, er würde sich im Grab rumdrehen."

Auf der anderen Seite stand der neue Vorstand um Volkmar Pfeiler, der zwar Verständnis für die Gegenmeinungen aufbrachte, allerdings auch deutlich sagte: „Um den Fußball-Standort Concordiastraße zu retten, ist ein Zusammenschluss unumgänglich. Es muss wieder mehr Leben her, überhaupt ein Vereinsleben stattfinden." Einen Trainer gibt es übrigens auch schon: Die Ex-BSV'ler Ayhan Karacali und Michael Häse übernehmen die neue erste Mannschaft.